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04.05. – ATOMIC

 

 

 

 

 

 

 

Lange genug assoziierte man Jazz aus Norwegen mit dem unsäglichen Fjord – Klischee: kirchenhall gestützte Musik, die eine räumliche Weite suggerieren soll und dem Hörer dafür den künstlichen Studio-Hall als Zeichen des Authentischen verkauft. Mithin Musik also, die die direkte Konfrontation scheut und stattdessen so etwas wie das „Erhabene“ als Unangreifbarkeit für sich reklamiert – und mit dieser Manier direkt ins Esoterische mündet.

Zu den wichtigsten Formationen, die diese Marketing gesteuerte Vorstellung über die Jahre hinweg produktiv desavouiert haben, zählt das im Jahr 2000 gegründete Ensemble Atomic. In seinem Bemühen um kreative Eigenständigkeit, um eine Rettung des Widerständigen verbindet die Band US-amerikanische Free-Jazz Tradition mit Elementen aus der europäischen Avantgarde: eine ideale Verbindung. Denn Atomic gehen nicht den Weg jener European Free Music, die sie selbst als Alternative zur US-geprägten Spielweise der freien Improvisation betrachtete. Eine Strömung, die sich eher auf die vielfältige Traditionstrenge der eigenen Herkunftswelt bezog und die trotz ihres radikalen Freiheitsanspruches einem nicht – explizitem Regelwerk zu folgen schien. Bei Atomic dagegen herrscht kein Auschließungsprinzip: hier geht man den umgekehrten Weg. Das Quintett definiert seine Musik nicht über das, was tabu ist, sondern über die neuen Wege, Formen und Formeln zu dekonstruieren, die „atomisierten“ Teile in eine neue Beziehung zu einander zu setzen. Aus einer Vielzahl von Stilelementen, die mal hinter und miteinander kombiniert, mal gegeneinander ausgespielt werden, gestaltet die Band einen unverwechselbaren Ensembleklang, dem die Gegensätze erst heraus gestellt, dann aufgehoben sind – und sich die freigesetzten Partikel schließlich wieder zu einem geschlossenen Ganzen zusammenschließen. Aus diesem Prozess, in dem Emphase und Intellektualität unentwirrbar verbunden sind, erwächst eine konfrontative Musik, deren kreative Kraft sich erfolgreich gegen jedes Klischee wendet.

 Donnerstag, den 04.05. 2017 um 20.00 Uhr

Besetzung (Norwegen, Schweden):

Fredrik Ljungkvist – reeds

Magnus Broo – trumpet

Harvard Wiik – piano

Ingebrigt Haker Flaten – bass

Hans Hulbœkmo – drums

 

Kulturhof:keller Villach, Lederergasse 15

Eintritt/Ermäßigt*:  22/19 €

* Ermäßigung für Lehrlinge, Schüler, Studenten, Zivil-/Wehrdiener,

Arbeitssuchende, Gehandicapte + Begleitung

Kartenreservierung telefonisch 0424228896 (8-16 Uhr)

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