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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Musikfreunde!

Ein Problem, vor dem die gesamte Kultur- und Veranstaltungsbranche nach den aktuellen Vorgaben der Regierung steht, führte zuletzt die Band 5/8erl in Ehr’n mit bitterem Sarkasmus vor Augen: „Schnell gerechnet: Um unsere Augustkonzerte im Stadtsaal Wien zu spielen, müssten wir bei 20 Quadratmeter Abstandsradius von 420 Tickets auf 14 reduzieren, der Verlust könnte aber durch den dreißigfachen Ticketpreis von 750 Euro kompensiert werden!“ Diese skurille Festlegung von 20m2 in der 151.Covid 19-Verordnung begräbt nicht nur alle Sommerevents , sondern auch jegliche sonstigen Kulturveranstaltungen.

Der Shutdown im Kulturbetrieb wird für viele Künstlerinnen und Künstler von Mitte März bis Mitte September (wenn alles gutgeht), das sind sechs Monate ohne die Möglichkeit, in seinem/ihrem Beruf Geld zu verdienen. Künstlerinnen und Künstler brauchen Präsentationsräume, Institutionen und die entsprechende Infrastruktur, und sie brauchen Publikum. Wenn das alles für sechs Monate oder länger wegbricht, sieht es für die Kultur in diesem Land finster aus.Aufgabe der Politik wäre es, und da ist auch die bislang sehr zurückhaltende-wenn nicht ahnungslose- Frau Lunacek und die Bundesregierung in die Pflicht zu nehmen, für eine massive Aufstockung der diversen Hilfsfonds für Kulturschaffende und -vermittler zu sorgen und zu gewährleisten, dass diese Hilfen tatsächlich „unbürokratisch und serviceorientiert“ ausbezahlt werden. Es ist absolut nicht einzusehen, dass in die Wirtschaft Milliarden gepumpt werden, die Kulturschaffenden aber mit Almosen abgespeist werden.Bayern wäre ein Beispiel mit 1.000.- Euro monatlich für Künstler oder endlich eine ernsthafte Diskussion für ein bedingungsloses Grundeinkommen !
Völlig zu begrüssen ist der heutige Appell namhafter einheimischer Künstler : In einem offenen Brief, der bisher u.a. von Karl-Markus Gauß, Karl Markovics, Renate Welsh oder Marlene Streeruwitz unterzeichnet wurde, werden konkrete Forderungen wie etwa „realistische Vorgaben und Bedingungen mit fixen Datumsangaben“ zur Wiederaufnahme des Kulturbetriebs gestellt.
„Statt Akzente zu setzen, die der jetzigen Situation angemessen sind“, reagiere die Politik „mit vagen Ankündigungen und Vertröstungen auf spätere Zeitpunkte und verlässt sich darauf, dass Kunst, Kultur und der Sport sich selber helfen und wenn und wo nicht, dass soziale Unterstützungsmaßnahmen greifen, die vorne und hinten nicht genügen“, heißt es in dem offenen Brief !

Jazz in Zeiten von Corona . sehr traurig  !!
Beim Jazz geht es zumeist nicht um große Veranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern, sondern überwiegend um kleinere Konzerte mit unter hundert Besuchern im Club. Die Gagen mögen dementsprechend geringer sein, aber ihr Ausfall ist besonders schmerzlich. Für eine große Szene von freischaffenden Musikern brechen die kompletten Einnahmen weg, und das gilt ebenso für die Veranstalter, die Konzertvermittler und Techniker. In Deutschland sind schon verschiedenene Förderungsmaßnahmen für Jazzmusiker angelaufen-wenn auch bescheiden-so doch !! Quo vadis Austria? Ich ersucheSie höflich und eindringlich – im Rahmen Ihrer Möglichkeiten-  zu urgieren und -wenn es sein muss- zu opponieren, um Klarheit und Soforthilfen für Künstler und Kulturarbeiter zu erreichen !
Traurige Mitteilungen aus der Welt des Jazz erreichten uns auch die letzten Tage: Ellis Marsalis, Manu Dibango, Giuseppi Logan , Henry Grimes und Lee Konitz sind an den Folgen von CONVID 19 verstorben :Konitz war ja im Juni 2018 mit seinem Quartet  zu Gast des Kulturforum Villach–ein wunderbarer Mensch und ein phänomenales Konzert !

Nun zu Hinweisen und Tipps in der konzertlosen Konzert :

1.Radio AGORA ist der Jazzsender in Kärnten..jeden Montag und Donnerstag weden Jazzsendungen gestaltet.
Am Donnerstag den 23.4. um 21 Uhr hören Sie eine Aufzeichnung einer Sendung über Lee Konitz.. www.agora.at, 105,5 MHz

2. Die IG KIKK veranstaltet am 24. und 25. 4 ein Symposium “ Kultur und Demokratie sind nicht abgesagt „. Näheres dazu und wie man daran teilnehmen kann unter https://symposium20.igkikk.at

3. Nachdem alle Konzerte abgesagt sind und auch im Sommer keine Jazzfestivals stattfinden ( adieu Nickelsdorf, Saalfelden, Umbria..)
sind on line Konzerte von besonderen Jazzereignissen zu hören…darunter Vision Festival in New York City www.instagram.com/artsforart/ und Jazz aus Cormons mit Konzerten der letzten Jahre auf you tube wie z.B.www.youtube.com/watch?v=_zsH4ZtZclk

4.Die Aktivitäten des Kulturforum Villach werden vorausichtlich im September beginnen..alle im Frühjahr geplanten Konzerten wurden „lediglich“  verschoben und finden fast zur Gänze im Jahr 2021 statt. Das Herbstprogramm geben wir in Bälde bekannt !

Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund und wachsam  und erinnern wir uns an die treffenden Worte von   Albert Ayler “ Music is the healing force of the universe „.

Keep swinging und herzliche Grüße
Ihr Kulturforum Villach

abschließend noch ein Bild von Lee Konitz nach seinem Auftritt am 22.6. in Villach :
Das Carinthian Saxofone 4tet ( Foto Gilbert Waldner )

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